Qualitätsprogramm 2

 

QP 2 Forschend lesen – denkend handeln

Lesekompetenz ist nach wie vor ein Thema, das unser besonderes Augenmerk verdient. Dass unsere Schülerinnen und Schüler lesen können, steht außer Zweifel, soweit es die Kulturtechnik des Lesens betrifft. Sie kennen die Zeichen, ordnen sie den richtigen Lauten zu, bilden daraus die passenden Wörter, verbinden sie zu sinnvollen Sätzen und tragen sie in komplexen Texten vor; sinngestaltend, gegliedert, inhaltlich erfasst. Von Stufe zu Stufe steigern und erweitern die Kinder ihre Lesekompetenz; was wir dabei aber nicht ausreichend erfassen, ist die Verknüpfung zum Denken und Handeln. Lesen und Denken sind eine komplexe, sich gegenseitig bedingende Leistung des Gehirns, die mit permanenten Entscheidungen zum anschließenden Handeln einhergeht. Texte müssen inhaltlich erfasst werden, sie müssen auf Sinnhaftigkeit und Bedeutsamkeit überprüft werden und führen schließlich zu folgerichtigem und verantwortlichem Handeln. Lesekompetenz bezogen auf  Sachtexte hat eine hohe „lebenswichtige“ Funktion für die Bewältigung des Alltags; die Entwicklung von Lesestrategien muss daher von Anfang an in den Unterricht einbezogen werden:

– Kinder müssen Lesen als bedeutsam verstehen; das schafft Motivation.
– Sie müssen Informationen entnehmen, Zusammenhänge erkennen und Schlussfolgerungen ziehen; das gibt Durchblick.
– Sie müssen aus eigenen Erfahrungen und Erlebnissen persönliche Bedürfnisse und Interessen entwickeln; das ergibt emotionale Bindung.
– Und sie müssen Lesen als gedankliches Spiel voller innerer Vorstellungen, lustiger Ideen und spannender Überraschungen erleben; daraus erwächst kreative Intelligenz.

Grundgedanke unseres QP 2 ist also, die Kinder über eine eng definierte (literarische) Lesekompetenz hinaus zu durchdachtem, verantwortlichem Handeln zu erziehen. Lesekompetenz erreicht damit eine neue Qualitätsstufe, die vielfältiger Anstrengungen bedarf. Lesetechnik, Lesefluss, Lesefrequenz und Lesevortrag sind nützliche Voraussetzungen dafür, aber sie allein erreichen nicht das angestrebte Qualitätsniveau. Wir brauchen zusätzliche Anstrengungen, die die Kinder zu sorgfältiger Sinnerfassung, zu gedanklicher Überprüfung, zu folgerichtigem Handeln und kreativem Umgang bewegt; nicht nur im Fach Deutsch.