Qualitätsprogramm 4

QP 4: Denken – Rechnen – Handeln II – Gute Aufgaben im Mathematikunterricht

Gemäß Schulgesetz und ORS erarbeitet jede Schule in Rheinland-Pfalz ein Qualitätsprogramm zur Sicherung der Qualitätsentwicklung, in dem die Arbeitsschwerpunkte, Ziele, konkrete Maßnahmen festgelegt werden. Im Mittelpunkt steht die Unterrichtsentwicklung.

Seit dem Schuljahr 2011 / 2012 nimmt die Adam-Elsheimer-Grundschule an dem SINUS-Programm teil. Die Befunde aus PISA sowie aus IGLU 2006 zeigen, dass in Deutschland trotz erkennbarer Verbesserungen bestimmte Probleme in Unterricht und Schule weiter bestehen. In Grundschulen äußern sich diese Probleme zum einen vor allem in den nach wie vor zu großen Anteilen von Schülerinnen und Schülern auf den unteren Kompetenzstufen; zum anderen ist die Förderung besonders leistungsstarker und talentierter Schülerinnen und Schüler eine tägliche und dringende Herausforderung. Da sich bereits in den Grundschulen eine beträchtliche Kopplung zwischen der sozialen sowie ethnischen Herkunft und der Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler abzeichnet, liegt eine zentrale Aufgabe von Lehrkräften darin, Problemlagen und Förderbedarfe rechtzeitig zu erkennen und ihnen mit differenzierenden Angeboten innerhalb des Unterrichts oder in zusätzlicher Weise zu begegnen. Auch die Übergänge vom Kindergarten und auf weiterführende Schulen bedeuten pädagogische Herausforderungen.
Der Ansatz der SINUS-Arbeit liegt im problemorientierten Unterricht sowie auf der unterrichtsbezogenen kollegialen Zusammenarbeit.

Unser Ziel beschränkt sich nicht darauf, mehr zu rechnen. Das Finden von Kriterien zur Auswahl guter Aufgaben, deren Einsatz sowie deren Reflexion sind Basis dieses Qualitätsprogramms. Gute Aufgaben sind Aufgaben, welche bei Schülern in Verbindung mit grundlegenden mathematischen Begriffen und Verfahren die Entwicklung prozessbezogener Kompetenzen unterstützen.

 

1. Mathematisieren

Der Schüler soll lernen, Situationen zu mathematisieren

(mathematischer und besonders auch real-umweltlicher Art) :

  1. Situation mit mathematischen Mitteln erfassen und darstellen
  2. Daten gewinnen (Experimentieren, Zählen, Messen, Schätzen)
  3. Strukturelle Zusammenhänge aufdecken und formulieren (m.a.W. Bildung einer mathematischen Struktur bzw. – im Fall einer Realsituation – eines mathematischen Modells
  4. Sachrelevante Problemstellungen aufgreifen bzw. selbst finden
  5. Daten im Hinblick auf Lösung der Probleme verarbeiten
  6. Lösungen und Lösungswege situationsadäquat interpretieren, diskutieren und darstellen

 

2. Kreativität

Der Schüler soll lernen, sich forschend-entdeckend und konstruktiv zu betätigen, also:

  1. Vermutungen (z.B. über Beziehungen, Muster, Strukturen, …) aufstellen
  2. Lösungs- und Begründungsideen entwickeln, Lösungswege planen
  3. Komplexe Handlungsabläufe sachadäquat in Teilschritte gliedern
  4. Über die gegebene Information hinausgehen
  5. Eine Situation bzw. Aufgabenstellung variieren, fortsetzen, übertragen
  6. Verallgemeinerungen erkennen und formulieren
  7. Probleme konstruieren

 

3. Argumentieren

Der Schüler soll lernen zu argumentieren, nämlich:

  1. Sich an Vereinbarungen (Regeln, Definitionen) halten
  2. Allgemeine Aussagen an Spezialfällen testen (Beispiele – Gegenbeispiele)
  3. Begründen, Folgern, Beweisen
  4. Begründungen auf Stichhaltigkeit prüfen, Scheinargumente aufdecken
  5. Mathematische Überlegungen bezüglich ihrer Verständlichkeit, Prägnanz, Bedeutung diskutieren und bewerten

 

 

Die Lehrkräfte arbeiten in schulinterner, schulübergreifender und länderübergreifender Kooperation an typischen, d.h. empirisch belegten Problembereichen des Mathematikunterrichts, um tragfähige Lösungen zu finden. In enger Zusammenarbeit werden neue Unterrichtszugänge entwickelt, erprobt und ausgetauscht.