Qualitätsprogramme

Einleitung

Das Qualitätsprogramm ist an unserer Schule eingebettet in ein Schulprogramm, das wir schon seit vielen Jahren pflegen. Es ist gewachsen aus dem Bedürfnis, die Schule aufzustellen für die Erfordernisse des 21. Jahrhunderts, sie fit zu machen für eine globalisierte Zukunft, die schuleigenen Möglichkeiten an Gelände und Ausstattung besser zu nutzen und die Schule zu verankern im Leben der Gemeinden des Schulbezirks. Das Schulprogramm umfasst daher Maßnahmen der Schulkultur und der Erziehung ebenso wie die Entwicklung eines modernen Unterrichts. Das Qualitätsprogramm verstehen wir als eine Bereicherung der Bemühungen um eine neue Lernkultur, an der wir ohnehin schon arbeiten.

QP 1 Steigerung der Lesekompetenz

„Förderung der Lesekompetenz“ war von Anfang an auf eine stufenmäßige Differenzierung ausgelegt. Das Thema verbietet es, an die Schüler der beiden ersten Jahrgangsstufen die gleichen Maßstäbe anzulegen wie an die der beiden letzten. Lesen ist ein Entwicklungs- und Lernprozess, an dessen Beginn mehr der Erwerb der Fertigkeit im Zentrum steht, mit fortschreitender Zeit rückt später Lesefähigkeit im Sinne von reading literacy in den Vordergrund. Beides verlangt aber gleichermaßen Lesemotivation. Damit sind die drei Kategorien benannt, die in dieser ersten Bilanz den Schwerpunkt bilden:

Lesefertigkeit im 1./2. Schuljahr:

Die Lesehäufigkeit konnte deutlich gesteigert werden. Die Ausleihzahlen belegen eine regelmäßige Frequentierung der Schul- und Gemeindebücherei, die Eintragungen bei antolin stellen sicher, dass die Bücher auch tatsächlich gelesen wurden. Vor allem im 2. Schuljahr finden die Kinder viel Freude am Umgang mit dem Medium Internet, weil sie erstmals aus eigenem Vermögen ihre individuellen Fortschritte selbst dokumentieren dürfen.

Lesehäufigkeit hat Lesefluss zur Folge. Auch das Lesetempo ist erkennbar höher, Lesen macht am Ende der 2. Klasse weniger Mühe, die Lesefreude wächst mit dem Erfolg.

Lesefähigkeit im 3./4. Schuljahr:

Im dritten und vierten Schuljahr ging es bei der Steigerung der Lesekompetenz mehr in Richtung Leseverständnis und reading literacy. Im Deutschunterricht richteten die Lehrkräfte ihr Augenmerk auch darauf, das Lesevergnügen zu erhalten. Bücherausleihen wurden fest im Rhythmus verankert, regelmäßige Lesezeiten wurden vereinbart, „Pultbücher“ wurden angeschafft, Ganzschriften gelesen, Leseleistungen wurden in Lesepässen und -tagebüchern dokumentiert, mit den Kinderseiten der Tageszeitungen gearbeitet etc. Stand in Deutsch noch die Lesefähigkeit, das verstehende Lesen, klar im Vordergrund, legten die Lehrkräfte in anderen Fächern bewusst verstärkt Wert auf  die Fähigkeit, Texten Informationen zu entnehmen und das folgende Handeln daran auszurichten.

Schwerpunkte für die weitere Arbeit am Qualitätsprogramm

Das QP der letzten drei Jahre ist längst nicht auf Dauer abgesichert und so nachhaltig verankert, dass es auch in den kommenden Jahren mit Engagement und Konsequenz umgesetzt wird. Im Bereich der individuellen Förderung ist noch einiges zu tun, es gilt nach wie vor, den schwachen Lesern auf allen Stufen Hilfe, Anleitung und Bestätigung zu geben. Auch zum Kern der reading literacy, die Fähigkeit, zu lesen und danach zu denken und zu handeln, sind wir noch nicht hinreichend durchgedrungen. Schwerpunkt des folgenden QP soll daher nicht nur die Lesehäufigkeit, das Lesevergnügen, das Leseverhalten sein, sondern die Fähigkeit zu lesen und danach sinnvoll zu handeln stärken. Unter dem Titel

„Forschend lesen, lesend Denken, denkend Handeln“

wollen wir in vielen Fächern die reading literacy stärken, die Folgen des Lesens in den Mittelpunkt stellen.

QP 2 Forschend lesen – denkend handeln

Lesekompetenz ist nach wie vor ein Thema, das unser besonderes Augenmerk verdient. Dass unsere Schülerinnen und Schüler lesen können, steht außer Zweifel, soweit es die Kulturtechnik des Lesens betrifft. Sie kennen die Zeichen, ordnen sie den richtigen Lauten zu, bilden daraus die passenden Wörter, verbinden sie zu sinnvollen Sätzen und tragen sie in komplexen Texten vor; sinngestaltend, gegliedert, inhaltlich erfasst. Von Stufe zu Stufe steigern und erweitern die Kinder ihre Lesekompetenz; was wir dabei aber nicht ausreichend erfassen, ist die Verknüpfung zum Denken und Handeln. Lesen und Denken sind eine komplexe, sich gegenseitig bedingende Leistung des Gehirns, die mit permanenten Entscheidungen zum anschließenden Handeln einhergeht. Texte müssen inhaltlich erfasst werden, sie müssen auf Sinnhaftigkeit und Bedeutsamkeit überprüft werden und führen schließlich zu folgerichtigem und verantwortlichem Handeln. Lesekompetenz bezogen auf  Sachtexte hat eine hohe „lebenswichtige“ Funktion für die Bewältigung des Alltags; die Entwicklung von Lesestrategien muss daher von Anfang an in den Unterricht einbezogen werden:

– Kinder müssen Lesen als bedeutsam verstehen; das schafft Motivation.
– Sie müssen Informationen entnehmen, Zusammenhänge erkennen und Schlussfolgerungen ziehen; das gibt Durchblick.
– Sie müssen aus eigenen Erfahrungen und Erlebnissen persönliche Bedürfnisse und Interessen entwickeln; das ergibt emotionale Bindung.
– Und sie müssen Lesen als gedankliches Spiel voller innerer Vorstellungen, lustiger Ideen und spannender Überraschungen erleben; daraus erwächst kreative Intelligenz.



Grundgedanke unseres QP 2 ist also, die Kinder über eine eng definierte (literarische) Lesekompetenz hinaus zu durchdachtem, verantwortlichem Handeln zu erziehen. Lesekompetenz erreicht damit eine neue Qualitätsstufe, die vielfältiger Anstrengungen bedarf. Lesetechnik, Lesefluss, Lesefrequenz und Lesevortrag sind nützliche Voraussetzungen dafür, aber sie allein erreichen nicht das angestrebte Qualitätsniveau. Wir brauchen zusätzliche Anstrengungen, die die Kinder zu sorgfältiger Sinnerfassung, zu gedanklicher Überprüfung, zu folgerichtigem Handeln und kreativem Umgang bewegt; nicht nur im Fach Deutsch.

QP 3 Denken – rechnen – handeln

Nach zwei QPs aus dem Bereich Deutsch (QP1: Steigerung der Lesekompetenz / QP2: Forschend lesen-denkend handeln) empfiehlt sich nun ein Wechsel in den Bereich der Mathematik oder der Naturwissenschaften (Sachunterricht). Nach dem Jahr der Mathematik bietet es sich an, auch das QP3 in diesem Lernbereich zu verankern.

Die Anforderungen an die Schüler sind in den Rahmen- bzw. den schulinternen Arbeitsplänen mit hoher Verbindlichkeit festgelegt. Kompetenzbereiche sind dort aufgelistet, sie sind als Einzelkompetenzen entfaltet und als Teilleistungen konkret und verständlich benannt. Sie stehen insgesamt als eine Art Zielvereinbarung über allem Unterricht und bilden die Grundlage für die Entwicklung des QP3. Es geht um einen kompetenzorientierten Mathematik-Unterricht, dem jede Unterrichtsorganisation, jedes Medium, jede Sozialform, jeder Lehrgang, jedes Projekt und jeder Lehrerbeitrag dienen. Die geforderten Kompetenzen werden in Aufgaben konkret, gleichzeitig verdeutlichen die Aufgaben die Kompetenzen. Sie stehen in Wechselwirkung, daher ist die Auswahl der Aufgaben keineswegs beliebig, sie ist eine pädagogische Lehrerhandlung und zeugt von hoher Professionalität.

Die letzten VerA-Ergebnisse haben gezeigt, dass wir im Bereich Geometrie und Sachrechnen an Kompetenz gewonnen haben, seit die Rahmenpläne ihnen mehr Bedeutung zumessen. Gleichzeitig stagniert die Kompetenz in der Arithmetik. Wir sehen eine Möglichkeit dazu im Einsatz von modernen elektronischen Medien vor allem auf der unteren Schwierigkeitsstufe, dem reproduzierenden Rechnen und Arbeiten. Wir können damit die Übungsintensität sicher steigern, denn die Zahl der Rechenoperationen kann rapide wachsen, Lösungsprozesse können intensiver und konzentrierter bearbeitet werden. Das Übertragen von Aufgaben ins Heft, das Einordnen in die Stellentafel, das Zeichnen von Tabellen und Skizzen als Lösungsweg, das Einhalten von Abständen und anderen Formvorgaben darf dabei nicht aufgegeben werden, denn Ordnung im Heft schafft auch Ordnung im Kopf.

Unser Ziel beschränkt sich nicht darauf, mehr zu rechnen. Das Angebot muss auch die beiden höheren Schwierigkeitsstufen umfassen, damit Können und Wissen zu geistiger und praktischer Intelligenz werden.  Wesentlicher Teil der ersten Aufgaben im QP3 ist daher die Auswahl geeigneter Lernsoftware. Nach intensiver Prüfung verschiedener Angebote empfehlen sie für das Rechentraining die Arbeit mit „Blitzrechnen“ aus dem Klett-Verlag.